Open Government nimmt Fahrt auf

Januar 8, 2010

In den USA, Australien und Großbritannien gab es in den letzten Wochen vielversprechende Neuerungen im Bereich Open Government. Im November 2009 gab die australische Bundesbehörde Geoscience Australia bekannt, dass sie Daten und Informationen auf ihrer Website unter einer Creative Commons-Namensnennungs-Lizenz veröffentlichen und so auch zur Bearbeitung und zum kommerziellen Gebrauch freigeben wird. Im Dezember 2009 veröffentlichte die US-Regierung ihre mit Spannung erwartete Open Government Directive für die Bundesbehörden (eine differenzierte Ersteinschätzung sowie der Text finden sich auf der Seite Techpresident hier). Anfang Januar 2010 gab der Bürgermeister von London bekannt, dass die Verwaltung des Großraums London nach dem Vorbild einiger amerikanischer Städte einen Data Store einrichten wird und zunächst Ende Januar für den Anfang 200 Datensätze freigeben will (zur Liste der Datensätze, die London freigeben wird).

Ich hoffe, dass das Plädoyer des Londoner Bürgermeisters Boris Johnson, eines Konservativen, auch den kontinentaleuropäischen Politikern verdeutlichen wird, dass Open Government nichts mit politisch links oder rechts zu tun hat, sondern mit Demokratie und moderner Wirtschaftspolitik.

Solange bei uns nicht, wie in den USA und Großbritannien, eine Open Data-Initiative direkt aus dem Amt des Regierungschefs kommt, sollten Open Data Befürworter nicht verzagen und sich an Monsieur de Tocqueville erinnern, der gesagt hat, dass die Keimzelle der Demokratie die Gemeinde ist. Mit cleveren Ideen und Energie kann man auch als Bediensteter einer 6000-Seelen-Gemeinde ganz groß herauskommen.

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